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HIV – UND HEPATITIS C- BETROFFENE

Ein Leben mit HIV oder Hepatitis C ist mit einem hohen Diskriminierungs- und Stigmatisierungspotential verbunden. Besonders in schwierigen Lebensphasen sollte es ein legitimes menschliches Bedürfnis sein, mit Freunden oder Angehörigen über Belastungen zu sprechen, um diese besser bewältigen zu können. Aus Angst vor Ausgrenzung und Nachteilen halten Menschen mit HIV oder Hepatitis C ihre Infektion und die damit verbundenen Belastungen häufig geheim. Dies ist eine von vielen psychischen Belastungen, die eine HIV– oder Hepatitis C- Infektion mit sich bringen kann

Infolge der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapien (HAART) im Jahr 1996 entwickelte sich HIV zu einer chronischen Krankheit. Vor 1996 war die Sterbebegleitung die Kernaufgabe der Arbeit mit HIV / AIDS –Betroffenen. Durch den sehr erfreulichen medizinischen Fortschritt sind Themen der Lebensbegleitung in den Vordergrund der Arbeit mit Menschen mit HIV / AIDS gerückt.

Durch die Veränderung des Krankheitsbilds sind die Problemlagen von Menschen mit HIV / AIDS viel komplexer geworden. Ein Leben mit HIV kann zu sehr prekären Lebenssituationen führen.

Das Angebot der gesetzlichen Betreuung war lange Zeit nicht ausreichend auf die Bedürfnisse von Menschen mit HIV und Hepatitis C ausgerichtet. Mit unserer speziell auf HIV und Hepatitis C zugeschnittenen Betreuung haben wir diese Versorgungslücke geschlossen und somit die gesetzliche Betreuung von HIV- und Hepatitis C- Betroffenen in Berlin und Umgebung erheblich verbessert.

Wir verfügen über ein sehr hohes Maß an Fachwissen rund um das Thema HIV und Hepatitis C! Da wir Ihre Situation kennen, wissen wir, wie wir Ihnen zur Seite stehen können. Nutzen Sie diesen Vorteil!

Suchen Sie sich Ihren Betreuer selbst aus. Bei der Auswahl des Betreuers kommt Ihren Wünschen große Bedeutung zu. Schlagen Sie Ihren Wunschbetreuer einfach vor!

Da sich im Kontext von HIV und Hepatitis C sehr spezifische Problemlagen ergeben können, empfehlen wir Ihnen einen gesetzlichen Betreuer mit der Spezialisierung auf die Betreuung von Menschen mit HIV oder Hepatitis C zu wählen.

Voraussetzungen einer gesetzlichen Betreuung im Kontext von HIV und Hepatitis C

Glücklicherweise leben wir in einer Zeit in der HIV zwar noch nicht heilbar aber zumindest durch antiretrovirale Medikamente gut behandelbar ist. Auch im Zeitalter der hochaktiven antiretroviralen Therapien (HAART) kann HIV mit erheblichen Einschränkungen und Belastungen verbunden sein.

Eine HIV-Infektion hat viele Fassetten und verläuft bei jedem Menschen anders, somit kann Sie bei jedem Betroffenen zu unterschiedlichen Problemen führen.

Ein Leben mit HIV oder Hepatitis C birgt eine Vielzahl physischer, psychischer und sozialer Belastungen wie z.B. Begleiterkrankungen, Nebenwirkungen der HIV/Hepatitis C- Medikamente, Zukunftsängste, Diskriminierung, Stigmatisierung, Schuldzuweisungen u.v.m. Eine Abhängigkeitserkrankung, körperliche sowie psychische Erkrankungen können Folge dieser durch HIV oder Hepatitis C hervorgerufenen Belastungsfaktoren sein und professionelle Hilfe erforderlich machen.

Durch die Veränderung des Krankheitsbilds sind die Probleme HIV betroffener Menschen komplexer geworden. Wir sind mit diesen Schwierigkeiten sehr gut vertraut und wissen, wie wir Sie unterstützen können.

Ein gesetzlicher Betreuer kann für Sie bestellt werden, sofern Sie volljährig sind und aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst regeln können.

Die Voraussetzung zur Bestellung eines gesetzlichen Betreuers kann sich bei HIV- und Hepatitis C- Betroffenen zum Beispiel aus folgenden Gründen ergeben:

Psychische Erkrankungen unter HIV- und Hepatitis C- Betroffenen wie zum Beispiel Depressionen und Suchterkrankungen kommen gehäuft vor. Viele psychisch erkrankte Menschen mit HIV oder Hepatitis C können aufgrund ihrer Beeinträchtigung ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln und benötigen deshalb Unterstützung in Form einer gesetzlichen Betreuung.

Möglicherweise waren HIV oder Hepatitis C bedingte körperliche oder soziale Stressfaktoren bei Ihnen der Auslöser einer Krise oder sogar einer psychischen Beeinträchtigung /Erkrankung. Ebenso kann es sein, dass HIV direkt oder die Nebenwirkung der HIV –Medikamente Ihre Psyche beeinträchtigt. Vielleicht haben Sie sich sogar aufgrund einer seelischen Erkrankung mit HIV infiziert.

Psychische Erkrankungen wie zum Beispiel eine Depression oder eine Suchterkrankung kommen im Kontext der HIV- oder Hepatitis C- Infektion viel häufiger vor als bei Menschen ohne HIV oder Hepatitis C. Auch ganz unabhängig von der HIV- / Hepatitis C Erkrankung ist der Ausbruch einer psychischen Erkrankung möglich.

Zu den psychischen Beeinträchtigungen / Erkrankungen gehören auch Neurosen und Persönlichkeitsstörungen. In Folge einer psychischen Beeinträchtigung kann es sein, dass Sie Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können und Sie deshalb eine gesetzliche Betreuung anregen möchten.

Vielleicht haben die Belastungen der HIV – oder Hepatitis C- Infektion oder andere Stressfaktoren bei Ihnen eine Suchtproblematik wie zum Beispiel eine Alkoholabhängigkeit zur Folge. Oder Sie haben sich durch den intravenösen Drogenkonsum mit HIV oder Hepatitis C infiziert. Eine Abhängigkeitsproblematik kann dazu führen, dass Sie bei der Regelung Ihrer Angelegenheiten professionelle Unterstützung durch einen gesetzlichen Betreuer benötigen.

Durch den demographischen Wandel wird sich der Anteil älterer Menschen mit HIV oder Hepatitis C in den kommenden Jahren wesentlich erhöhen. Für ältere HIV oder Hepatitis C– Betroffene wird dadurch die gesetzliche Betreuung zunehmend von Bedeutung sein. Es ist auch möglich, dass Sie aufgrund Ihrer HIV -Erkrankung oder aus anderen Gründen eine Demenz oder eine andere neurologische Erkrankung entwickelten.
Erfreulicherweise sind schwere Erkrankungen wie Demenz unter der Behandlung von HIV sehr selten geworden. HIV bedingte Störungen der Hirnleistung wie zum Beispiel Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnisstörungen oder Verlangsamung können jedoch auch unter HIV –Therapie auftreten.
Bei zu später Diagnose Ihrer HIV –Infektion oder bei Nichteinnahme sowie einer sehr unregelmäßigen Einnahme der HIV –Medikamente zum Beispiel aufgrund von Schwierigkeiten bei der Therapietreue, kann es auch im Zeitalter der antiretroviralen Therapien zu Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) kommen. Diese können durch opportunistische Infektionen oder durch HIV selbst verursacht werden.
In Folge einer Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit kann es sein, dass Sie Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können und eine gesetzliche Betreuung zur Unterstützung benötigen.

Auch körperliche Erkrankungen können Anlass für eine gesetzliche Betreuung sein, wenn Sie durch Ihre Einschränkung in der Bewegungsfähigkeit Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr regeln können.